35/I/2022 Digitale Bildung stärken - durchgehender Informatikunterricht in der Sekundarstufe I (Klassen 7-10)

Status:
Annahme

Wir fordern die SPD-Landtagsfraktion und die SPD-geführte Landesregierung auf, sich für durchgehenden Informatikunterricht in den Klassen der Sekundarstufe I einzusetzen. Dieser soll 2 Wochenstunden à 45 Minuten) umfassen.

Alle Schüler*innen, die Brandenburger Schulen mit einem Schulabschluss verlassen, sollen eine umfassende technologische und mediale Bildung erhalten, welche sich auf einen vielfältigen Lehrplan stützt, der Ansätze aus dem bisherigen Basiscurriculum Medienbildung aufgreift. Die zusätzliche Unterrichtszeit soll für Vertiefung des bisherigen Inhaltes, Erweiterung auf neue Themengebiete wie KI und Umgang mit verschiedenen Software-Anwendungen der Mediengestaltung sowie Produktivität genutzt werden. Ebenso sollen in diesem Unterricht Räume für digitale Projekte fächerübergreifender Art geschaffen werden.

Begründung:

Bisher ist Informatik an den weiterführenden Schulen Brandenburgs ein auf ein Schuljahr beschränktes Projekt, welches die Grundlagen aus dem Bereich Office und sichere Internetnutzung vermittelt. Aufgrund der beschränkten Zeit und fehlenden Benotung ist kaum inhaltliche Tiefe und größerer Umfang möglich.

In vielen Schulprojekten und Gruppenarbeiten werden weitergehende Fähigkeiten in Medienumgang und Gestaltung vorausgesetzt als über den Informatikunterricht vermittelt. Das muss sich ändern! Schulabsolvent*innen in den 2020ern brauchen breitere digitale Fähigkeiten als in der Vergangenheit im weiteren Leben, Studium oder Arbeitsmarkt. Damit der Schulunterricht mit den gestiegenen Erwartungen Schritt halten kann, muss dem Informatikunterricht mehr Zeit eingeräumt werden und eine höhere Priorität zukommen.

Digitale Technologien sind mittlerweile ein nicht wegzudenkender Bestandteil des individuellen und gesellschaftlichen Lebens. Zur Allgemeinbildung für mündige Bürger*innen gehört daher ein Grundverständnis der Funktionsweisen digitaler Systeme, Datenströme, deren Verarbeitung, des Datenschutzes, Prozesse des maschinellen Lernens und Künstlicher Intelligenz. Ein solides, faktenbasiertes Wissensfundament kann dazu beitragen, Chancen sowie Risiken einzelner Anwendungen und Services besser zu verstehen. Zudem ermöglicht es eine sichere und unaufgeregte Einschätzung aktueller Entwicklungen. Insbesondere im Bereich KI besteht eine große Entwicklungsgeschwindigkeit und ebenso eine große Wissenslücke. Jedoch brauchen Bürger*innen, die in Zukunft auch über die Regulierung von KI und digitaler Datenverarbeitung entscheiden müssen, einen gewissen Wissensstand, um dies faktenbasiert zu tun.

All diesen Anforderungen kann das Schulwesen aktuell nicht gerecht werden. Daher braucht es eine Ausweitung des Informatikunterrichtes.

 

Empfehlung der Antragskommission:
Überweisen an: Landesvorstand (Konsens)
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