39/I/2022 Innenstädte für Folgen des Klimawandels umbauen

Status:
Annahme

Der Landesvorstand der SPD wird aufgefordert, gegenüber dem Parteivorstand und den brandenburgischen Abgeordneten der SPD-Bundestagsfraktion sowie den Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion darauf zu dringen, dass die Anpassung der Innenstädte an die Folgen des Klimawandels größere Priorität erhält. Da Länder und Kommunen die dafür erforderlichen Maßnahmen nicht allein werden stemmen können und eine große Dringlichkeit gegeben ist, sollte es entsprechende Förderprogramme des Bundes für den Stadtumbau unter Klimagesichtspunkten geben.

Dafür gibt es beispielsweise folgende erfolgreiche Modelle, deren großflächige Umsetzung lohnen kann:

  1. Schwammstadt

Die Kanalisation in den Metropolen ist bei Starkregen in der Regel überfordert. Regenwasser sollte möglichst dort, wo es fällt versickern und verdunsten. Dafür bieten sich unter anderem Gründächer, künstliche Teiche, Versickerungsmulden, sowie die Begrünung der Hausfassaden an. Aufgefangenes Regenwasser kann für die Toilettenspülung eingesetzt werden. Wie viele Dächer überhaupt statisch für Dachbegrünung geeignet sind, wird bisher nicht erhoben. Egal ob auf Dächern oder am Boden, durch kühlende Verdunstung erhöht sich die Lebensqualität in der Stadt.

In einem ersten Schritt sollte in Abstimmung mit den Bundesländern die Erhebung der für diese Maßnahmen geeigneten Flächen erfolgen.

  1. Fernkälte

Fernkälte ist so etwas wie Fernwärme, nur umgekehrt. Statt heißem Wasser fließt kaltes Wasser durch die Rohre. Die Kälte wird an zentralen Orten energieeffizient erzeugt. Damit lassen sich die energiefressenden dezentralen Klimaanlagen vermeiden. Ein direkter Beitrag zur Klimaverbesserung in der Stadt.

Auch hier wäre sinnvoll, in einem ersten Schritt die dafür geeigneten Netze zu erfassen.

Begründung:

In diesem Sommer zeigten sich die Folgen des Klimawandels stärker als bisher. Langanhaltende Hitzewellen, kaum bis keine Niederschläge, örtliche Unwetter mit Starkregen und Stürmen.

Laut einer Studie des NABU ist die durchschnittliche Temperatur in Städten bis zu 10° C höher als im Umland. Gründe dafür sind unter anderem dichte Bebauung, versiegelte Flächen, wenig Grünflächen. Höhere Temperaturen und damit mehr Klimaanlagen fördern diesen Effekt.

Darauf müssen die Städte zum Wohl ihrer Bürgerinnen und Bürger reagieren und die Folgen der Hitzeperioden abmildern.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)
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