31/I/2022 Mehr Expert*innen für Brandenburger Schulen - Einsatz multiprofessioneller Teams ausweiten

Status:
Annahme mit Änderungen

Wir fordern die SPD-Landtagsfraktion und den Landesvorstand der SPD Brandenburg auf, die Umsetzung des Koalitionsvertrags im Hinblick auf multiprofessionelle Teams voranzubringen.

In Brandenburger Schulen müssen deutlich mehr Sozialpädagoge*innen und Verwaltungsfachangestellte beschäftigt werden, um das Lehrpersonal zu entlasten. Dafür sind gemeinsam mit den Schulträgern zügig Regelungen zur Verteilung der Kosten sowie der Form des Einsatzes zu finden. Jede Brandenburger Schule braucht eine*n Schulsozialarbeiter*in und eine Verwaltungsfachkraft. Zudem muss eine gute Abdeckung mit Systemadministrator*innen und IT-Experten für die wachsenden Schulsysteme gewährleistet werden.

Begründung:

Die Herausforderungen für Schulen haben sich in den letzten Jahren nicht nur stark gewandelt, sie haben zugenommen. Um dem gestiegenen Verwaltungsaufwand Rechnung zu tragen, braucht jede Schule eine Fachkraft neben der*dem Sekretär*in, die sich federführend um Verwaltungsaufgaben kümmert. Sei es die Beantragung von Fördermitteln, Materialbestellung oder der Datenschutz. Hier gilt es, die Schulleitung zu entlasten, damit diese sich auf die Entwicklung der Schule und Verbesserung der Unterrichtsqualität fokussieren kann.

Die psychologische Betreuung von Schüler*innen in der schwierigen Phase des Aufwachsens hat durch die Pandemie etwas an Aufmerksamkeit gewonnen, es ist jedoch immer noch nicht die Regel, dass Schulen in Brandenburg eine*n Schulsozialarbeiter*in haben. Dabei sind sie als unabhängige und qualifizierte Ansprechpartner*innen und Vertrauensperson enorm wichtig für Schüler*innen. Sie können jenseits von Leistungsdruck und Inhaltsvermittlung Begleiter sein und damit auch die Lehrenden unterstützen, welche häufig mit psychischen Problemen überfordert sind. Dabei ist gerade durch die Folgen der Pandemie die Zahl der psychischen Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen stark gestiegen. So wurden im Jahr 2021 in Brandenburg rund ein Drittel mehr Jungen und Mädchen erstmals wegen Depression behandelt als noch im Vorjahr. Die Schulen sind häufig oft der erste Ort, an dem diese Erkrankungen auffallen. Sie haben zudem direkt mit den potenziellen Folgen, z.B. Schulverweigerung zu tun. Eine frühzeitige Erkennung und Betreuung der Betroffenen kann sehr hilfreich sein und eine Verschlimmerung des Zustandes vermeiden. Zudem können Sozialpädagoge*innen auch bei der weiteren Behandlung und der Koordination mit der Schule unterstützen.

Brandenburgs Schulen werden immer digitaler. Wir begrüßen die Anschaffung von Geräten, die Etablierung von Schul-IT und die Einführung der Schulcloud. Jedoch führt dies zu einem hohen Bedarf an Administration und Betreuung der Systeme. Dies wird bisher mit wenigen zusätzlichen Stellen und größtenteils vom Lehrpersonal für das Fach Informatik nebenbei übernommen. Doch mit wachsender Gerätezahl und steigender Komplexität ist dies nicht mehr möglich. Hierfür müssen mehr professionelle Systemadministrator*innen eingestellt werden, die direkt für die Schulen verfügbar und vor Ort präsent sind. Nur so kann eine dauerhafte Einsatzfähigkeit gewährleistet werden. Außerdem erhöht eine gute Wartung die Langlebigkeit und Benutzer*innen-freundlichkeit der Geräte. Es müssen somit in Zukunft weniger Geräte neu angeschafft werden, davon profitiert neben der Umwelt auch der Bildungshaushalt von Land und Schulträgern.

Quelle: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/02/kinder-jugendliche-depressionen-dak-studie-.html

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)
Barrierefreies PDF:
Änderungsanträge
Status Kürzel Aktion Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Annahme Ä1 zum 31/I/2022 Ergänzen 11 Jusos Ergänzung in Z. 11: „mindestens“ vor „ein*e Schulsozialarbeiter*in“ Änderungsantrag (PDF)