4/I/2026 Gleiche Anerkennung und Unterstützung für alle Ehrenämter – Ehrenamt ganzheitlich stärken

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Status:
Nicht abgestimmt

Ehrenamtliches Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Ob in der Freiwilligen Feuerwehr, im Katastrophenschutz, in Sportvereinen, Hospizen, der Jugendarbeit, der Geflüchtetenhilfe, in sozialen Beratungsstellen oder im kulturellen Bereich. In Brandenburg übernimmt jeder Dritte Verantwortung, hält den gesellschaftlichen Zusammenhalt aufrecht und füllt staatliche Lücken mit Solidarität und Einsatzbereitschaft. Es ist richtig und notwendig, dass Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren sowie anderer Hilfsorganisationen staatliche Unterstützung, finanzielle Anerkennung und strukturelle Förderung erhalten. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Schieflage: Viele andere Formen des Ehrenamts, insbesondere im sozialen, pflegerischen, sportlichen und kulturellen Bereich, erfahren bislang deutlich weniger Anerkennung und Unterstützung.

Diese Ungleichbehandlung ist weder gerecht noch zukunftsfähig. Auch Ehrenamtliche außerhalb klassischer Blaulichtstrukturen leisten unverzichtbare Arbeit. Ohne dieses Engagement würde unser soziales Gefüge massiv an Stabilität verlieren.

Wir fordern daher die SPD-Landtagsfraktion und die zuständigen Ministerien auf, Umsetzungsmöglichkeiten für den folgenden 4-Punkte-Plan zu ergreifen.

Verbesserte strukturelle Rahmenbedingungen

Ehrenamtliche benötigen verlässliche Strukturen: Fortbildungsangebote, psychosoziale Unterstützung (insbesondere in belastenden Bereichen wie Hospizen) sowie bessere Grundlagen für die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf, Studium und Schule.

Anrechnungsmöglichkeiten für die Rente

Ehrenamtliche Tätigkeiten sollten bei den Rentenversicherungen mit entsprechenden Punkten angerechnet werden können.

Stärkung junger Ehrenamtlicher

Insbesondere junge Menschen engagieren sich häufig ehrenamtlich, stoßen dabei jedoch auf finanzielle, zeitliche und institutionelle Hürden. Diese müssen gezielt abgebaut werden, etwa durch Freistellungsregelungen, Anrechnungsmöglichkeiten oder gezielte Förderprogramme.

Gleichstellung bei Versicherungs- und Vergünstigungsmodellen

Derzeit profitieren Mitglieder bestimmter Ehrenamtsbereiche, insbesondere der Freiwilligen Feuerwehren, von Sonderkonditionen bei Versicherungen und weiteren Vergünstigungen. Diese Praxis führt faktisch zu einer Ungleichbehandlung ehrenamtlichen Engagements. Versicherungsmodelle, Rabatte und Absicherungen müssen daher auf alle Ehrenamtlichen ausgeweitet werden, insbesondere in sozialen, pflegerischen und zivilgesellschaftlichen Bereichen.

Begründung:

Ein solidarisches Brandenburg lebt von Menschen, die Verantwortung füreinander übernehmen, unabhängig davon, ob sie dabei eine Uniform tragen oder nicht. Die derzeitige Schwerpunktsetzung auf bestimmte Ehrenamtsformen erzeugt Frustration, Ungerechtigkeit und gefährdet langfristig die Bereitschaft zum Engagement.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)
Version der Antragskommission:

Überweisung an die BTF

Barrierefreies PDF:

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