100/II/2018 Fachkräftemangel jetzt entgegenwirken – medizinische Versorgung absichern

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Status:
Überweisung

Die SPD-Landtagsfraktion wird aufgefordert, sich für eine Bundesratsinitiative stark zu machen, die die Einbeziehung der Hebammen in das Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) fordert.

Weiterhin wird die SPD-Landtagsfraktion aufgefordert, sich im Westen Brandenburgs für eine zusätzliche Hebammenschule einzusetzen, um niemanden die Möglichkeit zu dieser Ausbildung mangels verfügbaren Plätzen verwehren zu müssen. Kinderkrankenpfleger und Kinderkrankenschwestern, die sich zur Hebamme oder zum Geburtshelfer umschulen lassen wollen, sollten vom Land eine finanzielle Unterstützung zum Ausgleich des Verdienstausfalls während der Ausbildungszeit erhalten. Die SPD Brandenburg wird sich geschlossen an die Seite der medizinischen Fachkräfte stellen und unterstützende Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie erarbeiten. Zu diesem Zweck sollen Kindertageseinrichtungen direkt an den Kliniken oder Pflegezentren eingerichtet werden, die ein zeitlich umfassendes Betreuungsangebot vor allem für im Schichtdienst Beschäftigte gewährleisten. Dafür muss das Land Brandenburg den Bau solcher Einrichtungen im besonderen Maße finanziell unterstützen und fördern.

Begründung:

Die medizinische Versorgung, besonders auf dem Land, stellt uns vor große Herausforderungen. Die unattraktive Bezahlung der Hebammen und die unzureichende Ausfinanzierung der Kreißsäle führen dazu, dass immer weniger Hebammen in den Kliniken arbeiten und die medizinische Versorgung nicht überall aufrechterhalten werden kann. Daher wird die SPD Brandenburg die Einbeziehung der Hebammen in die vorgesehenen Maßnahmen des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes im Bundesrat fordern, denn sie geht einher mit einer vollständigen Ausfinanzierung der Arbeit der Hebammen und untermauert die Forderungen des Deutschen Hebammenverbands.

Auch die brandenburgischen Hebammenschulen bieten nicht genug Ausbildungsplätze für alle Bewerber. Derzeit gibt es in Brandenburg nur 2 Schulen, an denen Hebammen ausgebildet werden. Beide befinden sich im Osten Brandenburgs (Cottbus und Eberswalde). Daher ist ein neuer Standort für den Westen Brandenburgs dringend notwendig.

Die Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen erschweren jungen Müttern und Vätern zusätzlich die Wahl für einen Pflegeberuf. Daher sollten Baumaßnahmen für Kindertageseinrichtungen, die 24-Stunden geöffnet haben und deren Plätze vorrangig Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus medizinischen Berufen und Berufen mit Sicherheitsaufgaben vorbehalten sind, im besonderen Maße gefördert werden.

Kinderkrankenschwestern, die zusätzlich zur Hebamme ausgebildet sind, sind wertvolle Mitarbeiter in Kliniken. Sie können flexibel eingesetzt werden und Fachkenntnisse aus beiden Bereichen mitbringen, was die Qualität der Geburtshilfe maßgeblich steigert. Daher unterstützt die SPD Brandenburg alle Kinderkrankenschwestern, die sich zu einer Umschulung bereit erklären und kommt finanziell für den Ausgleich der Verdienstausfälle während der 2. Ausbildung auf.

Das medizinische Fachpersonal leistet täglich selbstlos und aufopferungsvoll einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Jegliche Bemühungen, die Arbeitsbedingungen für medizinisches Fachpersonal zu verbessern und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu motivieren, kommen letztendlich den Bürgern und Bürgerinnen zugute. Darauf ist unser solidarisches Krankenversicherungssystem ausgerichtet. Das ist, was die Bürger und Bürgerinnen zu Recht erwarten. Dafür müssen wir Sorge tragen.

Empfehlung der Antragskommission:
Überweisung an: Bundestagsfraktion
Beschluss: Überweisung an die Bundestagsfraktion

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