28/I/2026 Verbindliche Sprachstandsfeststellung mit vier Jahren – Früh fördern statt später reparieren (nach dem Hamburger Vorbild)

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Status:
Nicht abgestimmt

Die SPD Brandenburg setzt sich für die Einführung einer verbindlichen Sprachstandsfeststellung im Alter von vier Jahren für alle Kinder in Brandenburg ein.

Grundlage soll ein landesweit einheitliches, wissenschaftlich fundiertes Verfahren sein, orientiert am erfolgreichen Vorgehen der Hansestadt Hamburg.

Kinder mit festgestelltem Förderbedarf erhalten:

  • einen verbindlichen individuellen Förderplan,
  • prioritären Zugang zu Sprachförderangeboten,
  • bei Bedarf frühzeitige logopädische Diagnostik und Therapie,
  • Unterstützung bei der Vermittlung geeigneter Reha- oder Frühfördermaßnahmen.

Das Land stellt sicher:

  • ausreichende Fachkräfte in Sprachförderung und Logopädie,
  • auskömmliche Finanzierung für Kommunen und freie Träger,
  • eine enge Kooperation zwischen Kitas, Eltern, Gesundheitsämtern und Grundschulen.

Ziel ist eine verbindliche Dokumentations- und Übergabestruktur zwischen Kita und Schule, um Förderbedarfe transparent und kontinuierlich zu begleiten.

Begründung:

Sprachkompetenz ist der Schlüssel zu Bildungserfolg, sozialer Teilhabe und Chancengleichheit. Wer in der ersten Klasse sprachlich nicht ausreichend vorbereitet ist, startet mit strukturellen Nachteilen.

In Hamburg werden Kinder bereits mit vier Jahren systematisch getestet.

Das Ergebnis: Förderbedarfe werden früher erkannt, Eltern erhalten konkrete Orientierung und Schulen profitieren von besser vorbereiteten Schulanfänger*innen.

Früherkennung schafft:

  • Mehr Zeit für Therapie (z.B. Logopädie),
  • realistische Terminplanung statt monatelanger Wartelisten unter Zeitdruck,
  • die Möglichkeit, bei Bedarf medizinische oder rehabilitative Maßnahmen einzuleiten,
  • weniger Stress für Eltern, Kitas und Grundschulen.

Gerade bei komplexeren Sprachentwicklungsstörungen gilt: Zeit ist ein entscheidender Faktor. Wer mit vier Jahren beginnt, hat mindestens zwei zusätzliche Jahre bis zur Einschulung.

Gut vorbereitete Kinder entlasten Lehrkräfte, reduzieren Förderdruck in der Schule und wirken langfristig präventiv gegen Bildungsbenachteiligung. Frühförderung ist daher nicht nur Sozialpolitik, sondern auch Bildungspolitik und Fachkräftesicherung.

Die Dokumentation „Schulverlierer“ weist eindrücklich darauf hin, wie entscheidend frühe Sprachförderung für Bildungskarrieren ist und wie wirksam das Hamburger Vorgehen sein kann. Brandenburg sollte diesen Weg konsequent gehen.

Früh fördern heißt:

Chancen eröffnen. Druck reduzieren. Bildungsgerechtigkeit stärken.

Empfehlung der Antragskommission:
zurückgestellt
Version der Antragskommission:

zurückgestellt wegen Koa-Vertrag

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