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60/I/2026 Solidarität mit den Kurd:innen

16.03.2026

Die aktuelle Lage in Rojava (Nord- und Ostsyrien) ist nach wie vor dramatisch. Die demokratisch selbstverwalteten Gebiete sehen sich massivem Druck durch das syrische Regime und durch die Türkei ausgesetzt. Immer noch sind Hunderttausende Menschen vertrieben. Viele, insbesondere die Menschen in Kobani, sind belagert. Die demokratischen Errungenschaften der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien, insbesondere in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit, Minderheitenschutz und basisdemokratische Mitbestimmung, sind akut bedroht.

Zeitgleich setzt die türkische Regierung ihre Repression gegen Kurd*innen im eigenen Land fort. Auch im Iran sind Kurd:innen Zielscheibe staatlicher Gewalt, besonders im Kontext der „Jin, Jiyan, Azadî (Frauen, Leben, Freiheit)“-Bewegung. Auch die Kurd*innen im Irak stehen unter massivem Druck, einerseits durch die wiederholten Angriffe der türkischen Luftwaffe, insbesondere im Gebiet der Jesid:innen in Singal und im Flüchtlingslager Mexmûr, andererseits nun auch durch den Iran im Rahmen des Iran-Krieges.

Wir bekennen uns zu unseren internationalistischen Grundwerten der Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie und Menschenrechte. Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die an Leib und Leben bedroht werden, denen diese Werte verwehrt werden, weil sie sich für ihre Selbstbestimmung und diese Werte einsetzen. Die Kurd*innen in Rojava, der Türkei, im Irak und im Iran tun dies unter schwersten Bedingungen.

Forderung

Der Landesparteitag fordert die Mitglieder der Bundestagsfraktion und der Bundesregierung auf:

  1. Die Aufnahme eines neuen Friedensprozesses zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Bevölkerung zu unterstützen sowie die politische Verfolgung von kurdischen Oppositionellen zu verurteilen.
  2. Klare Konditionen für Wiederaufbauhilfen zu stellen.
  3. Den Schutz der kurdischen Volksgruppe und anderer Minderheiten in der syrischen Verfassung zu fordern und zu ermöglichen. Die syrische Verfassung muss die kulturelle, sprachliche und politische Autonomie der kurdischen Volksgruppe sowie aller anderen ethnischen, religiösen und sprachlichen Minderheiten (u. a. Assyrer, Armenier, Turkmenen, Jesiden, Drusen) verfassungsrechtlich garantieren. Dazu gehören:
    – Anerkennung als eigenständige Volksgruppen mit kollektiven Rechten auf Selbstverwaltung in ihren historischen Siedlungsgebieten (z. B. in Form von föderalen oder autonomen Strukturen).
    – Verbot von Diskriminierung aufgrund von Ethnizität, Sprache oder Religion sowie wirksame Mechanismen zur Ahndung von Verstößen.
    – Offizielle Anerkennung der kurdischen Sprache als Amtssprache in mehrheitlich kurdisch besiedelten Regionen und das Recht auf muttersprachlichen Unterricht in Schulen und Medien.
    – Schutz des kulturellen Erbes, einschließlich der Förderung kurdischer und anderer Minderheitenkulturen, sowie das Recht auf eigene Bildungs- und Medieninstitutionen.
    – Sicherstellung politischer Teilhabe durch quotierte Vertretung in staatlichen Institutionen (z. B. Parlament, Regierung, Justiz) und lokale Selbstverwaltungsorgane.
    – Internationale Überwachung der Umsetzung dieser Rechte durch unabhängige Gremien (z. B. UN, OSZE) mit Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen.
  4. Humanitäre Hilfe für vom Konflikt betroffene kurdische Gebiete, insbesondere in Nordostsyrien und Singal, zu erhöhen.
  5. Schutzprogramme für besonders bedrohte Gruppen wie Jesid*innen, Frauen und politische Aktivist:innen aus den betroffenen Regionen zu unterstützen.
  6. Die Kriminalisierung kurdischer Organisationen und Symbole in Deutschland zu überprüfen und Initiativen für Dialog und Integration der kurdischen Community zu fördern.

      53/I/2026 Festlegung eines maximalen Wasserbedarfs im Baurecht

      13.02.2026

      Die SPD Brandenburg setzt sich im auf Landes- und auf Bundesebene dafür ein, dass bestandssichere baurechtliche Festsetzungsmöglichkeiten für den maximalen jährlichen Wasserverbrauch pro Fläche für Angebotsbebauungsplanungen wie auch für vorhabenbezogene Bebauungspläne geschaffen werden.

      39/I/2026 Verpflichtung zum 8-Stunden-Tag und zur Sicherung der Teilzeitregelungen

      13.02.2026
      1. Die SPD-Landespartei wird beauftragt, sich auf dem nächsten Bundesparteitag dafür einzusetzen, dass es bei den Regelungen zum Arbeitszeitgesetz (8-Stunden-Tag) sowie beim Teilzeit- und Befristungsgesetz zu keinen Verschlechterungen oder deren Abschaffungen kommt.
      2. Sollten auf Bundesebene – insbesondere im Bundesrat – Vorhaben eingebracht werden, die auf eine Einschränkung oder Abschaffung des Arbeitszeitgesetzes (8-Stunden-Tag) oder der bestehenden Teilzeitregelungen (Teilzeit- und Befristungsgesetz) abzielen, wird die SPD-geführte Landesregierung aufgefordert, diesen Vorhaben nicht zuzustimmen und ihnen aktiv entgegenzutreten.

      27/I/2026 Sukzessive Abrechnung von Blankoverordnungen im Physiotherapiebereich – Versorgung sichern, Praxen stärken

      13.02.2026

      Die SPD Brandenburg setzt sich mit Nachdruck auf Landes- und Bundesebene dafür ein, dass sog. Blankoverordnungen im Physiotherapiebereich künftig sukzessive abgerechnet werden dürfen und nicht erst nach vollständigem Ablauf der Verordnung. Seit dem 1. November 2024 können Ärzt*innen Blankoverordnungen für gesetzlich versicherte Patient*innen in der Physiotherapie ausstellen. Diese gilt für über 100 Schulter-Diagnosen. Grundlage ist der „Vertrag nach § 125a SGB V über die Heilmittelversorgung mit erweiterter Versorgungsverantwortung in der Physiotherapie“.

      Die derzeitige Abrechnungspraxis ist realitätsfern, praxisfeindlich und gefährdet sowohl die wirtschaftliche Existenz physiotherapeutischer Praxen als auch die flächendeckende Versorgung der Patient*innen.

      25/I/2026 Für feministische Gesundheitspolitik

      13.02.2026

      Die SPD Brandenburg steht für eine Gesundheitspolitik, die alle Menschen in den Blick nimmt. Noch immer orientieren sich viele medizinische Standards vor allem am männlichen Körper. Das führt dazu, dass Beschwerden von Frauen, inter*, nicht-binären, trans* und agender Personen (FINTA*) sowie von queeren Menschen zu spät erkannt oder nicht ernst genug genommen werden.

      Wir wollen, dass Gesundheitsversorgung in Brandenburg gerecht, respektvoll und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist. Niemand darf aufgrund des Geschlechts oder der geschlechtlichen Identität benachteiligt werden.

      Deshalb setzt sich die SPD Brandenburg für eine (queer)feministische Gesundheitspolitik ein. Sie soll bestehende Ungleichheiten abbauen und sicherstellen, dass alle Menschen die medizinische Versorgung erhalten, die sie brauchen – in der Stadt wie auf dem Land.

      Diese Ungleichheiten gilt es systematisch abzubauen:

      Auf Landesebene werden die zuständigen SPD-geführten Häuser sowie die Fraktion aufgefordert, sich dafür einzusetzen, das:

      1. Curricula-Reform in Ausbildung und Studium
        Die zuständigen Ministerien im Land Brandenburg eine verbindliche Reform der Curricula in medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Studiengängen sowie Ausbildungsberufen vorantreiben.
        Dabei sind aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in Diagnostik, Symptomatik und Therapie systematisch zu integrieren. Dies umfasst insbesondere Unterschiede zwischen Cis-Männern und FINTA*-Personen.
      2. Schutz und Gleichbehandlung queerer Menschen im Gesundheitswesen
        Konkrete Maßnahmen zum Schutz queerer Menschen im Gesundheitswesen entwickelt und umgesetzt werden. Dazu gehören diskriminierungssensible Leitlinien, verpflichtende Fortbildungen für medizinisches Personal sowie die Schaffung notwendiger struktureller Vorkehrungen (z. B. geschlechtersensible Anamnese, inklusive Formulare, geschützte Räume).
      3. Mobile Beratungsangebote im ländlichen Raum
        Mobile, niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote für FINTA*-Personen im ländlichen Raum ausgebaut und dauerhaft finanziert werden, um Versorgungslücken insbesondere außerhalb urbaner Zentren zu schließen.
      4. Geschlechtersensible Erste-Hilfe-Kurse gefördert werden
        Initiativen zur Entwicklung und Durchführung geschlechtersensibler Erste-Hilfe-Kurse unterstützt und finanziell gefördert werden, um stereotype Annahmen über Symptome (z. B. bei Herzinfarkten) abzubauen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

      Auf Bundesebene wird die SPD Brandenburg aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass:

      1. Forschungsförderung in geschlechtsspezifischer Medizin ausgebaut wird
        Die Forschungsförderung im Bereich der geschlechtsspezifischen Medizin deutlich erhöht wird, insbesondere bei bislang untererforschten Erkrankungen wie Endometriose.
      2. Arzneimittelforschung diverser gestaltet wird
        Klinische Studien zur Erforschung und Zulassung von Medikamenten verpflichtend geschlechtergerecht ausgestaltet werden. Medikamente dürfen nicht weiterhin überwiegend an Cis-Männern getestet werden; vielmehr müssen FINTA*-Personen systematisch einbezogen werden, um Nebenwirkungen, Dosierungen und Wechselwirkungen realitätsgerecht zu erfassen.
      3. Selbstbestimmungsrechte gestärkt werden
        Das Selbstbestimmungsrecht weiterentwickelt und rechtlich abgesichert wird, insbesondere im Hinblick auf geschlechtliche Identität, körperliche Selbstbestimmung und diskriminierungsfreien Zugang zu Gesundheitsleistungen.

      24/I/2026 Gesundheitsvorsorge stärken – Einführung einer bundesweiten Zuckerabgabe auf Getränke und stark zuckerhaltige Lebensmittel

      13.02.2026

      Die SPD Brandenburg setzt sich auf Bundesebene für die Einführung einer bundesweiten, gestaffelten Zuckerabgabe auf stark zuckerhaltige Getränke und industriell verarbeitete Lebensmittel mit hohem Zusatzzuckergehalt und Zuckerersatzstoffen ein.

      Die Abgabe soll sich am zugesetzten Zucker und den Zuckersatzstoffen pro 100 g bzw. 100 ml orientieren (Stufenmodell) und insbesondere erfassen:

      • Softdrinks und Energydrinks,
      • gesüßte Fruchtsaftgetränke,
      • stark zuckerhaltige Frühstücksprodukte,
      • Süßwaren mit hohem Zusatzzuckeranteil,
      • industriell hergestellte Desserts und Fertigprodukte mit überdurchschnittlichem Zuckergehalt.

      Ziel der Abgabe ist:

      • die deutliche Reduktion des Zuckerkonsums,
      • eine Reformulierung von Produkten durch Hersteller*innen,
      • die Prävention von Adipositas, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

      Die Einnahmen sollen zweckgebunden eingesetzt werden für:

      • kostenfreie, gesunde Kita- und Schulverpflegung nach verbindlichen Qualitätsstandards,
      • Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche,
      • kommunale Bewegungs- und Sportförderung,
      • Ernährungsbildung in Schulen,
      • gezielte Entlastung einkommensschwacher Haushalte.

      Der Bund wird aufgefordert, die Zuckerabgabe sozial ausgewogen auszugestalten, kleine Handwerksbetriebe nicht unverhältnismäßig zu belasten und natürliche, unverarbeitete Produkte von der Abgabe auszunehmen.

      35/I/2026 Mietpreisbremse

      13.02.2026

      Die SPD Brandenburg wird beauftragt, unverzüglich und mit Nachdruck gegenüber der Landesregierung Brandenburg darauf hinzuwirken, dass die betroffenen Gemeinden wieder in den Geltungsbereich der Mietpreisbegrenzungs- und Kappungsgrenzenverordnung („Mietpreisbremse“) aufgenommen werden. Sie soll sich dafür einsetzen, dass die jetzt diesbezüglich getroffene Entscheidungen dahingehend unverzüglich durch die Landesregierung zurückgenommen und entsprechend angepasst/geändert werden.

      4/I/2026 Gleiche Anerkennung und Unterstützung für alle Ehrenämter – Ehrenamt ganzheitlich stärken

      13.02.2026

      Ehrenamtliches Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Ob in der Freiwilligen Feuerwehr, im Katastrophenschutz, in Sportvereinen, Hospizen, der Jugendarbeit, der Geflüchtetenhilfe, in sozialen Beratungsstellen oder im kulturellen Bereich. In Brandenburg übernimmt jeder Dritte Verantwortung, hält den gesellschaftlichen Zusammenhalt aufrecht und füllt staatliche Lücken mit Solidarität und Einsatzbereitschaft. Es ist richtig und notwendig, dass Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren sowie anderer Hilfsorganisationen staatliche Unterstützung, finanzielle Anerkennung und strukturelle Förderung erhalten. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Schieflage: Viele andere Formen des Ehrenamts, insbesondere im sozialen, pflegerischen, sportlichen und kulturellen Bereich, erfahren bislang deutlich weniger Anerkennung und Unterstützung.

      Diese Ungleichbehandlung ist weder gerecht noch zukunftsfähig. Auch Ehrenamtliche außerhalb klassischer Blaulichtstrukturen leisten unverzichtbare Arbeit. Ohne dieses Engagement würde unser soziales Gefüge massiv an Stabilität verlieren.

      Wir fordern daher die SPD-Landtagsfraktion und die zuständigen Ministerien auf, Umsetzungsmöglichkeiten für den folgenden 4-Punkte-Plan zu ergreifen.

      Verbesserte strukturelle Rahmenbedingungen

      Ehrenamtliche benötigen verlässliche Strukturen: Fortbildungsangebote, psychosoziale Unterstützung (insbesondere in belastenden Bereichen wie Hospizen) sowie bessere Grundlagen für die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf, Studium und Schule.

      Anrechnungsmöglichkeiten für die Rente

      Ehrenamtliche Tätigkeiten sollten bei den Rentenversicherungen mit entsprechenden Punkten angerechnet werden können.

      Stärkung junger Ehrenamtlicher

      Insbesondere junge Menschen engagieren sich häufig ehrenamtlich, stoßen dabei jedoch auf finanzielle, zeitliche und institutionelle Hürden. Diese müssen gezielt abgebaut werden, etwa durch Freistellungsregelungen, Anrechnungsmöglichkeiten oder gezielte Förderprogramme.

      Gleichstellung bei Versicherungs- und Vergünstigungsmodellen

      Derzeit profitieren Mitglieder bestimmter Ehrenamtsbereiche, insbesondere der Freiwilligen Feuerwehren, von Sonderkonditionen bei Versicherungen und weiteren Vergünstigungen. Diese Praxis führt faktisch zu einer Ungleichbehandlung ehrenamtlichen Engagements. Versicherungsmodelle, Rabatte und Absicherungen müssen daher auf alle Ehrenamtlichen ausgeweitet werden, insbesondere in sozialen, pflegerischen und zivilgesellschaftlichen Bereichen.

      48/I/2025 Menschenrechte wahren - Abschiebungen in unsichere Herkunftsländer stoppen

      23.05.2025

      Wir fordern die SPD Brandenburg und die Landtagsfraktion, sowie die Bundespartei und die Fraktion im Bundestag dazu auf, eine eigene sozialdemokratische Migrationspolitik zu entwickeln. Teil dieser Migrationspolitik soll sein, dass Abschiebungen in unsichere Staaten (wie beispielsweise Syrien und Afghanistan) ausgesetzt und Unrechtsregime wie die Taliban-Regierung nicht durch Deutschland legitimiert werden. Kein deutsches Geld für Taliban und Assad!

      83/I/2025 Anpassung des „Hauptvordruck ESt 1 A“ der Einkommenssteuererklärung um Gleichbehandlung aller Geschlechter herzustellen

      23.05.2025

      Die Bundesregierung wird aufgefordert, das Formular zur Steuererklärung „Hauptvordruck ESt 1 A“ so zu ändern, dass sich die Reihenfolge der Namenseingabe nicht nach dem Geschlecht der steuerzahlenden Personen richtet. Vielmehr sollte auch bei nicht-gleichgeschlechtlichen Partnerschaften die Namenseingabe nach alphabetischer Reihenfolge erfolgen.